Bienertova pila (Bienert-Sägewerk)

Das langsam wachsende Holz der Fichten zeichnet sich durch eine interessante Eigenschaft aus, die Fähigkeit mitzuschwingen, und deswegen ist es als Resonanzholz für die Musikinstrumenteproduktion geeignet. Das nutzte der Unternehmer Franz Bienert (1788 in Horní Chøibská – 1866 Modrava), der 1826 von Jakob Gruber eine Mühle, die er dann zu einer Fabrik zur Herstellung von Resonanzplatten umgebaute hatte, erwarb. Gleichzeitig erwarb er auch das danebenliegende Gebäude, das den von Schwarzenbergs als Jagdsitz gedient hatte. Im Jahr 1856 baute er ein Sägewerk am Javoøí potok (Urlasgrund Bach).

1832 erhielt Franz Bienert vom Kaiser das Privileg zur exklusiven Produktion von Resonanzholz für 10 Jahre, sowie weitere Privilegien für verbesserte Produktionsmethoden und das ausschließliche Privileg zur Sieb-Mühlsteinmantel-Produktion. Der Holzverbrauch betrug am Anfang 500 Kubikmeter pro Jahr, später um die 1000. Die Herstellungsmethode war Folgende: die Bäume wurden im Winter gefällt und gespaltet, im Frühling wurde das Holz ein paar Wochen eingeweicht, dann ließ man es austrocknen und es wurde, für die Saiteninstrumenteproduktion, erneut gespaltet oder, für die Klavierproduktion, in Platten geschnitten. Danach wurde es für weitere 4 Wochen eingeweicht, getrocknet und in der Sonne gebleicht. Das Resonanzholz wurde nach ganz Europa und Amerika geliefert.

1855 errichtete Franz Bienert ein ähnliches Sägewerk in Stožec (Tusset). In Modrava (Mader) gab es dank des Sägewerkes 50-100 Arbeitsplätze an der Säge und im Wald. Die Privilegien wurden nach seinem Tod (1.2.1866) alle 2 Jahre verlängert. Die Leitung beider Sägewerke hatte inzwischen Bienerts Ehefrau übernommen. Wegen der großen Konkurrenz ging die Produktion aber zurück und nach einem starkem Sturm im Jahr 1870, der viele alte Bäume zerstört hatte, verkaufte 1871 Frau Bienert die Fabrik an den Fürsten Schwarzenberg. Der verlegte 1880 die gesamte Produktion nach Stožec.

Die beiden Objekte sind heute beim Nationalen-Denkmalschutz-Institut als Kulturdenkmäler registriert.

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