Filipova Hu (Philippshütten)

Dieser Ortsteil der Gemeinde Modrava (Mader) liegt am Südhang des Berges Sokol im Tal des Filipohuský-Baches in einer Höhe von 1093 m ü. M., womit es die höchstgelegene Siedlung in der Tschechischen Republik ist. Sie war das höchstgelegene Dorf der Tschechischen Republik, als sie noch eine eigene Verwaltungsgemeinde war. Von der Siedlung aus eröffnet sich eine schöne Aussicht zum Grenzkamm mit dem Doppelgipfel des in Bayern gelegenen Rachel (Roklan).

Als Gründungszeitpunkt der Siedlung betrachtet man den Beginn der Glashütten-Produktion von Franz Denk und Franz Weber aus Horní Hrádky (Schlösselwald) im Jahr 1785. Die Siedlung wurde nach dem damaligen Inhaber des Herrschaftsgutes, Philipp Graf Kinský, benannt. Die Glashütte stellte ihren Betrieb im Jahr 1820 ein. Die Geschichte der Glasherstellung in Filipova Hu ist auf dem Wappen der Gemeinde Modrava in der Glasmacherpfeife wiederzufinden.

Nach dem Jahr 1798 gehörte Filipova Hu als Teil des Herrschaftsgutes Prášily den von Schwarzenbergs und sie begann sich wie eine typische Holzfällerkolonie zu entwickeln. 1880 war die Siedlung am größten und es lebten 1620 Einwohner im Ort.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die deutschen Einwohner von hier, wie auch aus den anderen Grenzgebietssiedlungen, vertrieben, die leeren Häuser wurden abgerissen und aus Modrava wurde eine Verwaltungs-Gemeinde. Von den übrig gebliebenen Gebäuden wurde 1958 das Bauernhaus mit Nummer 12 zum Kulturdenkmal ernannt. Das Haus hat eine merkwürdige überhöhte Zufahrt zur Scheune und es trägt nach den ehemaligen Besitzern, der Familie Lohr, den Namen Lorka.

Durch Filipova Hu verlief der „Goldene Weg“ von Kašperské Hory (Bergreichenstein) nach Passau, entlang der zur Zeit ihres Entstehens ein Versorgungsgebäude errichtet wurden. Nach diesen Gebäude wurde die spätere Siedlung Korýtko, als „Saumtier-Tränke“, bezeichnet.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs befand sich das Verwaltungsamt, zu dem die Ortschaften Preisleiten, Modrava (Mader) und Bøezník (Pürstling) gehörten, in Filipova Hu.

Preisleiten

Preisleiten war eine kleine Holzfällersiedlung, die erst am Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden ist und zu Filipova Hu gehörte. Ihre Entstehung hing mit dem Bau des Chinitz-Tettauer Schwemmkanals (Vchynicko-Tetovský plavební kanál) und dem anschließenden Schwemmen von Holz zusammen. 1945 gab es in der Siedlung noch 14 Häuser und 46 Einwohner. Die Siedlung wurde jedoch 1958 aufgegeben und abgerissen.

Die Reste der Siedlung sind im Hang am rechten Ufer der Vydra (Widra) versteckt. Es handelt sich um die Trümmer der Steinuntermauerungen der Häuser sowie Steinanhäufungen zur Trennung der Grundstücke. Gelegentlich sind auch noch Überbleibsel der Ausstattung der Siedlung zu entdecken.

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