4 – Holzwirtschaft im Böhmerwald und im Bayrischen Wald

Wasserelektrizitätswerke werden in wiederverwertbare Energiequellen eingestuft, d.H. dass diese Quelle die Fähigkeit einer teilweisen oder vollständigen Wiederverwertung besitzt. Außer der Wasserenergie kann man auf diese Art und Weise zum Beispiel die Sonnen-, Wind-, oder Biomassenenergie gewinnen. Die Wasserenergie ist durch die Nutzung des ständigen Wasserrundlaufs auf der Erde gewährt. Die Wasserelektrizitätswerke nutzen bei der Stromproduktion zum Einem die potenziale Energie, die von der Höhendifferenz des Wasserspiegels (Gefälle) abhängt und der kinetischen Energie, die von der Geschwindigkeit der Wasserströmung abhängt. Das Wasser, dass in das Elektrizitätswerk fließt übergibt diese Energie an die Turbine, die den Generator, der über die Welle angeschlossen ist, losdreht. Die mechanische Energie des Generatorrotors wird durch die Wirkung der elektromagnetischen Energie in elektrische Energie umgesetzt. Die Turbinenleistung wird vor allem durch das Flussgefälle, die Strömung und den Wirkungsgrad der Turbine beeinflusst. Der wichtigste Bestandteil der Turbine ist das Laufrad. Die Entwicklung der Turbinen hat einige Varianten entstehen lassen. Hier in Langendorf (Dlouhá Ves) wurde die Francis-Turbine eingesetzt, also eine Überdruckturbine mit einer Radial-Axialen Wasserströmung über das Laufrad. Es ist eine übliche, moderne Turbine, die am längsten verwendet wird. Weiter werden zum Beispiel die Kaplan-, Pelton- oder Bánkiturbine verwendet. Nach der installierten Leistung werden Wasserelektrizitätswerke auf kleine (Leistung bis 10 MW), wie die hier verwendete, mittlere (100 MW) und große (über 100 MW) aufgeteilt. Unser Elektrizitätswerk kann auch als Niederdruckanlage bezeichnet werden, d.H. mit einem Gefälle bis 20 Meter. Ein weiteres Attribut der möglichen Einstufung des Elektrizitätswerkes ist seine Nutzung des Wasserstroms. Das Langendorfer Elektrizitätswerk ist eine Durchfluss- und Derivatanlage. Das bedeutet, dass hier zum verwendbaren Gefälle eine Verkürzung des Flussbetts durch einen Kanal genutzt wird.
Zum Ende des Jahres 2017 wurden in CZ insgesamt 1 457 kleine Wasserelektrizitätswerke (KWE) installiert, davon sind über 1 000 nach dem Jahr 1989 entstanden. Die Gesamtleistung dieser Elektrizitätswerke beträgt 351 MW. Nur am Fluß Wottawa (Otava), der 112 km lang ist, wurden bisher 22 kleine Wasserelektrizitätswerke mit einer Gesamtleistung von 3,6 MW gebaut. Mit ihrer installierten Leistung von 344 KW (reale Leistung 270 KW) ist das KWE Langendorf die Zweitgrößte in der Leistung und mit ihrer Jahresproduktion von 2,166 GWh ist sie sogar erste.
Unter weitere Teile des KWE gehört der Zubringer, meistens also ein Kanal der das Wasser an die Turbine bringt, vor der Turbine müssen Siebe und Fänger angebracht werden, die das Eindringen von mechanischen Verschmutzungen in die Turbine verhindern sollen und durch den Abfallkanal wird das Wasser wieder in das ursprüngliche Flussbett zurückgeführt.
Das Wehr, das den Wasserspiegel der Wottawa erhöht und führt somit die benötigte Wassermenge in den Antrieb (Zubringer) zum Elektrizitätswerk wird zum Großteil durch eine, mit Wasser gefüllte Gummiwalze gebildet. Gleichzeitig wird dadurch der Wasserstrom im Zubringer geleitet. Am Anfang des Antriebs sind Schleusen, die den Wasserzufluss regulieren und schützen somit das Elektrizitätswerk vor großem Wasser. Der Antrieb zum eigentlichen Elektrizitätswerk ist 970 m lang. Das Wasser bewegt sich im Antrieb mit einer Geschwindigkeit von 3 m/s. Die Höhe des Antriebs-Wasserspiegels über dem Wasserspiegel der Wottawa unterhalb des Elektrizitätswerkes ist fast neun Meter. Vor dem Eintritt des Antriebs in das Elektrizitätswerksgebäude ist ein schräges Hindernis in Form eines Balkens eingebaut, der schwimmende Gegenstände und im Winter auch Eis am Elektrizitätswerk vorbeileitet. Ein weiteres Hindernis gegen das Eindringen von größeren Gegenständen in die Turbine sind grobe Siebe. Deren Reinigung wird mit Hilfe von Rechen durchgeführt. Der ehemalige Maschinenraum war mit einem synchronen Generator ausgestattet, der derzeitige hat einen asynchronen Generator. Neben dem Maschinenraum befindet sich das Steuerzentrum des Elektrizitätswerkes, dass Strom auch z.B. der Nachbarfabrik liefert.


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