3 – Holzwirtschaft im Böhmerwald und im Bayrischen Wald

Das Sägewerk nutzte für ihren Antrieb die Kraft der kleinen böhmerwälder Flüsse und Bäche, die das ganze Jahr lang ausreichen Wasser zur Verfügung hatten. Wenn sie nicht genug Wasser da war, wurden an den Mühlen und Sägewerken Teiche gebaut, von denen bei Bedarf Wasser an die Mühlenräder getrieben wurde. Den höchsten Anteil an Produkten der böhmerwälder Sägewerke bildeten Bretter (daher stammt die deutsche Bezeichnung die Brettsäge). Im Winter oder als Ergänzung der Hauptproduktion wurden an der Säge z. B. auch Holzkisten von verschiedener Größe und Nutzungszweck hergestellt. Von der Säge wurden die Produkte in der Regel mit dem Gespann an die nächstgelegene Bahnstation transportiert und anschließend mit dem Zug in größere Städte gebracht. Der Zimmermann hat Fachwerkhäuser, Holzhäuser und Holzdecken, Dachstühle, Zargen, Holztreppen, oder Fußböden hergestellt. Den Dachstuhl hat er auch mit Brettern versehen und mit Schindeln bedeckt. Er Hat Scheunentore oder Zäune gebaut. Dazu hat er Zimmermannwerkzeug wie z.B. Schlagaxt und Spaltaxt, Keile und einen Stock benutzt, zur Bearbeitung von Balken nahm er eine Breitaxt, eine gerade und gebogene Dechsel, Stammeisen, Bindermesser, Bankeisen, Messmittel wie Senkblei oder Zirkel. Zum Bau der Decken verwenden sie Rundhölzer, wo anders wieder gezimmerte Balken und geschippte Pfosten. Mit der Zeit haben sich einige spezialisiert, und so entstanden aus Zimmermännern die Möbelstücke hergestellt haben Schreiner, Hütten- und Kistenbauer bauten Läden und Hundehütten, Brückenbauer bauen Brücken. Schiffsbauer bauten Schiffe, Rohrenbauer bohrten Holzrohre für die Wasserleitung. Axtbauer bauten einfache Maschinen, z.B. Mühlen. Das Gewerbe wurde in der Familie an weitere Generationen vererbt. Im Mittelalter hatten man Schreiner oft auch Tischbauer (Tischler) genannt, weil die Tischfertigung ihre Haupttätigkeit war. Die Schreiner haben sich weiter auf gewöhnliche, künstlerische oder Möbelprodukte spezialisiert. Einige haben sich nach weiterer Spezialisierung auch Tischbauer, Bänkebauer, Wiegenbauer oder Bettenbauer genannt. Die sehr geschickten Schreiner wurden zu Holzschnitzern oder sie fertigten Musikinstrumente. Die Möbel wurden aus Fichten- und Tannenholz hergestellt, die teureren dann aus Eiche oder Nussbaum. Die einzelnen Möbelteile wurden zusammengeleimt, die Teile wurden entweder an den Kanten verbunden oder sie wurden über die Verzahnung, mittels Stiften oder Graten verbunden. Die Oberflächen der Erzeugnisse wurden geschliffen oder mit Kitt versehen. Lacke, Öle oder Glanzmittel wurden selbst zubereiten. Wagner haben nicht nur Räder hergestellt, sondern ganze Wägen und Kutschen. Sie arbeiteten oft mit Schmieden zusammen, die die Metallteile des Wagens gefertigt haben. Die Radfelgen stellte der Wagner vor allem aus Buchenholz dar, die Radnabe wurde aus Ulmenholz hergestellt, die Radrippen aus Eichenholz. Die Deichsel wurde aus jungen Ulmenholz oder aus Ahorn gefertigt, die Versteifung der Leiterwagen wiederum aus Eichen- oder Birkenholz. Holzdraht, der zur Produktion von Zündhölzern diente, wurde oft in Heimarbeit gefertigt, die Zündholzfirmen kauften dann diesen Draht zu. Der Holzdraht wurde aus Fichteholz gezogen. Die Herstellung dieses Drahtes war sehr einfach. Man nahm dazu nur einen Hobel und ein angepasstes Messer. Der Hobel wurde an einer Stütze angebracht. Der gefertigte Holzdraht wurde getrocknet, und danach wurde er in Päckchen á 100 Stück zusammengebunden. Später wurde er auch auf Hobelmaschinen direkt in den Zündholzwerken hergestellt. Der zusammengebundene Draht wurde in zehn Zentimeter lange Hölzer geschnitten, die in diesen gebundenen Päckchen in geschmelzte Schwefel und Phosphor getaucht wurden. Auch die runden Zündholzschachteln wurden zu Hause hergestellt. Der Holzdraht wurde auch für die Produktion von Jalousien verwendet.

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