5 – Holzwirtschaft im Böhmerwald und im Bayrischen Wald

Musikinstrumente wurden aus KLangholz hergestellt, dass im Böhmerwald bis zum Sturm im Jahr 1870 reichlich vorhanden war. Interessant war auch die Nutzung von toten Großbäumen, die sich ohne Luftzutritt, bedeckt durch eine Schicht Erde, nicht zersetzt haben. Dieses Holz wurde wie ein besonderer Schatz ausgegraben und nicht nur für die Produktion von Musikinstrumenten verwendet, sondern auch für die Herstellung von Sieben. Diese kleinen Produkte wurden häufig zu Hause gefertigt. Außer den schon erwähnten Sieben waren es auch Hölzer für Geigen, Trommelmechanik für Klaviere, Rechen, Besen, Schuhe, Küchenprodukte, wie Quirl oder Löffel, Radfelgen, Jalousien, Spinnräder und ähnliche. Ein traditioneller Brauch im Böhmerwald war die Aufbewahrung des Verstorbenen auf dem s.g. Totenbrett, in der Zeit, in der er wegen des gefrorenen Bodens nicht beerdigt werden konnte. Wenn das Wetter es erlaubt hat, wurde der Verstorbene in ein Grab gebettet, das Brett wurde dekoriert, mit dem Namen des Verstorbenen versehen und auf eine Kreuzung oder dem Lieblingsort des Verstorbenen aufgestellt. Das Brett war glatt gehobelt aus Fichten- Tannen- oder Eichenholz. Nach der Beerdigung dekorierten Schreiner oder Holzschnitzer und Maler das Brett. Das Brett wurde oben mit einem Dach versehen und mit dem anderen Ende in den Boden geschlagen. Als Material zum Dachdecken wurde dort wo ausreichend Holz zur Verfügung stand Schindel verwendet. Die ältesten waren lang und breit. Sie wurden aus Tannenholz hergestellt, und wurden entweder auf Latten verlegt oder frei, mit Steinen beschwert. Später wurde Schindel auf einer Seite zur Kante hin abgeschrägt und die breitere Brettseite wurde über diese abgeschrägte Fläche angelegt. Diese Schindeln wurden mit Nägeln befestigt. Noch später hatte man sie mit Nut und Feder produziert. Wegen den Transportkosten hatte man früher die Schindeln direkt am Bau gefertigt. Oft haben die Einwohner im Böhmerwald ihre Schindeln selbst hergestellt – die gut gelungenen haben sie verkauft und die schlechteren haben sie für den Eigenbedarf verwendet. Außer der Holzschuhe wurden für die häusliche Nutzung auch s.g. Nejschln gefertigt. Weil sich die Mehrheit der Dorfbewohner keine Lederschuhe leisten konnte, wurden diese zur Hälfte aus Leder und zur anderen Hälfte aus Holz hergestellt. Für die untere Hälfte der Schuhe wurde Tannenholz ausgesucht, dass regelmäßig gewachsen war und keine Äste besaß. In Langendorf (Dlouhá Ves) stellte Nejschln Willibald Müller im Haus Nr. 103 her. Er fertigte sie in seiner Freizeit vor allem für seine eigene Familie, aber auch für die Verwandtschaft und Bekannte. Das Holzteil, das so lang war, wie der Fuß und etwa 10 Zentimeter dick war, wurde am Schreinertisch oder Hobel bearbeitet. Die Fußkontur wurde vor dem Ausschneiden auf das Holz gezeichnet; mit einer Säge wurde der Absatz ausgeschnitten. Die grobe Kontur wurde mit einem Bindermesser beschnitten, mit einem runden Stemmeisen wurde das Innere des Schuhs vertieft, und mit einem Hohlmesser wurde das Ganze verfeinert. Ein entsprechend großes und geformtes Leder wurde mit Polsternägeln befestigt. Die Lederränder der Nejschln wurden noch mit Lederbändern verfestigt. Vollholzschuhe wurden aus Buchenholz hergestellt. Sie hielten zwar länger, aber sie waren sehr hart. Die Wasserbeständigkeit wurde damit erhöht, dass man die Holzschuhe im Kamin einrauchen lies. Für den Winter hat man sie „Wärmebeständiger“ gemacht, dadurch dass man Heu hineingestopft hat. Den Hersteller der Holzschuhe hat man Holzschumacher genannt.

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