10 – Die Floßbindesstelle Langendorf

Die Floßbindesstelle Langendorf (Dlouhá Ves) wurde im Jahre 1290 in der Zeit eines intensiven Goldwaschens am Fluss Otava gegründet. Als dessen Besitzer wird ein gewisser Blajislav angeführt. Aus den Quellenangaben gibt es noch von seinem Familienbaum den Lipolt (1318), Vojsa (1320) und das letzte Familienmitglied – Vitmar, welcher sich in Langendorf zwischen 1404 bis 1413 aufhielt. Ein weiterer (uns bekannter) Besitzer war Tomek z Èejkov, welcher den Bauernhof Langendorf höchswahrscheinlich im Jahre 1497 kaufte. Sein Stamm bewohnte das Fort bis zum Jahre 1589, bis sie Jan Èejka z Olbramovic von Jindøich Tomka in Nìmèice abkaufte. Als er starb, wahrscheinlich im Jahre 1650, erwarb MikulᚠJetøich, das Enkelkind von Jan, den Bauernhof Jan Kašpar Hozlauer von Hozlau. Der verkaufte ihn aber schon nach zwei Jahren weiter und zwar der Markéra Hýzralová von Slahausen. Der Langendorfer Bauernhof bildete damals ein Steinobjekt einer Festung mit einem Graben und einer Fallbrücke, einem Hof, eine Brauerei, Langendorf und drei weiteren Dörfern. Eine andere Festungerwähnung kommt aus dem Jahre 1694, als das Ehepaar Jan Schafberger bei Truberg und Johanna von Geyersberg, Werner geboren, vom Grafen Inocenc das Ferdinand Bubna von Litice abkauften. Drei Jahre später kaufte sie ihnen Jan Jiøí Schuman ab. Im Jahre 1732 wurde die Festung zum Schloss umgebaut. Der Bauernhof verschuldete sich innerhalb eines halben Jahrhunderts. Im Jahre 1785 wurde er von Michael Lazari gekauft. Die Finanzprobleme wurden aber immer schlimmer. So bekam den Bauernhof im Jahre 1787 Josef Enis von Atter.

Im Jahre 1800 wurde er von den Schwarzenbergen gekauft und zum Herrschaftsgut Prašily angeschlossen. Es wurden ungefähr 25 in einer Reihe plazierte Zweierhäuser ausgebaut, in welchen vor allem die Arbeiter aus Bayern, im Holzlager arbeitend, wohnten (deswegen auch die Bezeichnung „Bayerischen Häuser“). Diese Häuserreihe, benannt als Neuer Langendorf, war ungefähr 600 Meter und wurde auf Südwesten von der ehemaligen Siedlung aufgebaut.

Am Ende des 19. Jahrhunderts lebten im Dorf etwa 1000 Einwohner, aus dem Jahre 1910 haben wir konkrete Zahlen – es lebten hier 1247 Einwohner in 167 Bauerhöfern.

Das Herschaftsgutdirektorat ist nach seinem Kauf nach Langendorf umgezogen, welches dahin in Prášily war. Man baute die Blockbrücken auf, welche das angeschwommene Holz von dem Kanal auffingen. Dieses war, nach dem Abholen zum Ufer, abgelagert, abgetrocknet und nachher zum Floßen zusammengebunden (aus Langendorf nach Prag floßte das Holz je nach Wetterbedingungen und der Wassermenge etwa drei bis vier Tage, die Schwimmer kehrten zu Fuß zurück.)

Langendorf, Blockbrücken

Eine bessere Holzfertigung ermöglichten manche Kunstkanäle. Die Bindungssstelle gab es im s. g. „Páteèek“. Hier bog vom Fluss Otava ein Kanal ab, wo man die Floße zusammenband. Der Kanal erhielt sich bis heute, in dem oberen Teil gibt es ein Wasserkraftwerk. Die Bindungsstellen waren die Plätze am Ufer der Wasserstömung, wo man die Baustämme zusammenstellte oder umstellte. Zur Bindungsstelle transportierte man diese unterschiedlich, z. B. hinter dem Pferd, mit dem Traktor oder im Wagen. An manchen Plätzen warfen die Schwimmer die Bäumer selber um, sie waren also gleichzeitig Holzfäller.

Bis zum Jahre 1930 gehörte der Bauernhof den Schwarzenbergen. Nachher wurde das Langendorfer Schloss in einem verwahrlosten Zustand, einmal brannte es sogar ab und seine Reste mussten deswegen ungefähr im Jahre 1949 heruntergerissen werden. In den 60er Jahren wurde auch die Barockscheune aus dem Jahre 1718 heruntergerissen und auch die Barockkapelle des St. Kreuzes Anfang der 80er, welche im Jahre 1732 aufgebaut wurde.


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