1 – Horská Kvilda und Goldweg im Mittelalter

In den ersten Jahrhunderten der Goldsteig- und Goldwegexistenz wurde das Gebiet, das um die heutige Stadt Horská Kvilds liegt, nicht dauerhaft besiedelt und die Saumtierkarawanen gingen hier durch unübersichtliche und einsame Forste hindurch. Von diesen wurden sie bereits von den letzten besiedelten Plätzen auf dem Passauer, bzw. bayerischen Gebiet begleitet. Erst im Laufe des 16. Jahrhunderts entstand auf diesem Platz ein Hof, der den Saumtieren ein gewisses Hinterland zu Verfügung stellen konnte. Nach dem Dreißigjährigen Krieg standen hier mindestens vier Häuser, die von den Familien von Martin Švorc, Zikmund Švarc, Jiøík Stac und Jakl Mukensaumb bewohnt waren. Alle vier waren Saumtiere, die „mit verschiedenen Dingen in Bayern handelten – dies war ihr Lebensunterhalt“.

In der Umgebung von Horská Kvilda verband sich ein weiterer mittelalterlicher Handelsweg, der s. g. Goldweg mit dem Bergreichensteiner Teil vom Goldsteig. Er führte durch die gleiche Landschaft über den Mittelböhmerwald und hatte eine ähnliche Nutzung und Struktur des transportierten Gutes. Im Vergleich zum Goldsteig wurde dieser politisch sowie wirtschaftlich vom bayerischen Herzogtum betrieben.

Goldweg führte aus Passau über Hals, Grafenau, Sankt Oswald und Waldhäuser (Saumtierrastplätze entstanden im 17. Jahrhundert) in tiefe Wälder unter dem Berg Luzný und weiter weg bereits auf das tschechische Gebiet in die zukünftigen Siedlungen Filipova Hu und Horská Kvilda. In diesem Punkt verband er sich mit dem Bergreichensteiner Teil des Goldsteigs. Zusammen führten diese weiter über Zhùøí und Kozí Høbet bis nach Bergreichenstein. Der Schutz des Goldweges wurde auf der deutschen Seite von der Stadt Grafenau und an der tschechischen von der Burg Kašperk über Bergreichenstein gesichert.

Umgebung, Natur, Persönlichkeiten, Ereignisse

Die häufig vorkommenden Toorfmoore und Sümpfe bilden an manchen Plätzen im Böhmerwald überwiegende Deckung. Dieses Ereignis kommt bei uns sehr selten vor. Es ist der Grund der charakteristisch brau-grünen Farbe des Wassers sogar auch weit weg im Vorgebirge.
In Hinsicht auf Wassereigenschaften des Grundes, die notwendig für die Entstehung von Sumpfgemeinschaften sind, bildet ein großer Teil des Nationalparks Böhmerwald ein Quellgebiet mit einem großen Potential zu Niederschlagswasserakkumulation. Diese Tat hat einen großen Einfluss auf Wasserstromsysteme, die weit weg von eigenen Gebirgen platziert sind. Dies ist aus der Sicht der Wassersysteme sehr wichtig.

Nach dem Goldweg- und Goldsteigverfall

Eine Bergsiedlung fing schrittweise in der Umgebung von den ersten Bauernhöfen an zu entstehen. Diese gliederte sich unter das Herrschaftsgut der Stadt Bergreichenstein ein. Im Jahre 1790 hatte sie 19 Häuser. Am Ende der Untertanen- und Herrschaftszeit im Jahre 1840 lebten in der erwähnten Siedlung 390 Einwohner in 43 Häusern. Es gab hier eine Filialschule, zwei Mühlen und ein Sägewerk. In der Umgebung befanden sich lauter Wiesen und Weiden. Horská Kvilda gehörte zur Kirche in der nicht weit weg liegenden Kvilda.
Eine Skifahrerinstatue gegenüber vom Hotel Rankl mit eingemauerten Bruchteilen der Mittelalterkeramik am Sockel
Heutzutage gliedert sich Horská Kvilda inzwischen unter unsere kältesten Plätze ein. Temperaturen, die unter dem Nullpunkt erscheinen, können auch im Sommer vorkommen.

Neben dem neu-rekonstruierten Polaufovs Wirtshaus (heutige Hotel Rankl) erhielten sich hier auch ein paar wertvolle Bauwerke wie z. B. ein Haus mit einem Krüppelwalmdach und einem Glockenhaus in Horní Otygl an dem Ostfuß des Berges Sokol.

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