2 – Goldwegbruchstücke bei Horní Antýgl

Goldwegverlauf bei Horní Antýgl

Der Goldweg führte unter Horská Kvilda vorbei bis in die freie Natur, überquerte den Hamerský-Bach und fing zum Steigen an dem gegenüberliegenden steilen Hochgefilde an. Er führte durch einen Korridor des heutigen Asphaltweges für Radfahrer und im Winter für Langläufer bis zum Bauernhof Horní Antýgl. Auf diesem Weg wurde vor kurzem auf einer entwaldeten Waldlichtung ein Hohlweg entdeckt und hinter diesem Spuren von anderen.

Die heutige grüne Markierung für Touristen zeigt mehr oder weniger sichtbare Goldwegbruchstücke in Hohlweggestalt in Richtung zum Filipova Hu auf.
Goldwegbruchstücke bei Horní Antýgl
Die Goldwegbruchstücke waren in breiten Wäldern unter Luzný an beiden Seiten der bayerisch-tschechischen Grenze noch im 19. Jahrundert sichtbar. Der Schwarzenberger Waldgeometer A. Brzorád ging im Jahre 1882 durch den tschechischen Teil des Goldwegs zwischen der Landesgrenze und Horská Kvilda und markierte ihn auf der Karte. Nachher publizierte er seine Erkenntnisse. A. Brzorád erfasste bereits zu seiner Zeit die Charakterzüge der Mittelalterwege im schweren Bergterrain – darin lag vor allem die Bestrebung, den Sumpf- und Feuchtplätzen auch zum Preis der steilen Steigung auszuweichen.
Goldwegbruchstücke bei Horní Antýgl
Umgebung, Natur, Persönlichkeiten, Ereignisse

Dank spezifischer Naturbedingungen kommen im Böhmerwald spezielle Arten vor, die aus den niedrigeren Gebieten durch die schrittweisen Ökosystemeveränderungen hinausgeschoben wurden. Es handelt sich vor allem um wertvolle Glaziarrelikte. Diese stellen Tundrareste dar, die nach Europa in der Eiszeit von den von Norden durchringenden Festlandsgletschern mitgebracht worden sind. Im Böhmerwald handelt es sich dabei vor allem um wenig vorkommende Bergfauna-Arten und manche Arten, die in den Eiskaren wachsen. Zu solchen Arten gliedert man z. B. den Ostalpen-Enzian (Gentiana pannonica), der sehr typisch ist, weiter den Sudeten-Eisenhut (Aconitum plicatum), Böhmischen Enzian (Gentianella praecox subsp. bohemica), Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum), Alpen-Flachbärlapp (Diphasiastrum alpinum), Zwerk-Birke (Betula nana), Wald-Soldanelle (Soldanella montana) und andere. Zu weiteren Böhmerwaldarten gehören Wasserbewuchse –
See-Brachsenkraut (Isoëtes lacustris) im Schwarzensee und Brachsenkräuter (Isoëtes echinospora) im Plešné-See. Diese Arten finden sich in Böhmen nur im Böhmerwald.
Zwerg-Birke „Betula nana“
Nach dem Goldweg- und Goldsteigverfall

Auf dem Platz, der als Horní Antýgl bezeichnet wird, gab es mal ein Glashüttenwerk. Es handelt sich um unser höchstliegendes Glashüttenwerk. Gerade darum bezeichnet man den Ort als Antýgl (Antiegel – ein Tiegel – ein Hüttenwerk mit einer Schmelzpfanne). Das ursprüngliche Forsthaus, das hier steht ist ein Schützberghaus mit einer typisch-Böhmerwalderischen Glocke auf dem Dach.

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