4 – Goldwegbruchstücke über Modrava

Die Goldwegroute biegt bei der heutigen Pension Rendlová zum Filipova Hu in den Wald „Preisleithe“ ab und führt nach Modrava weiter. Gleich am Anfang des Waldes erhielten sich ihre Reste – ein deutlicher, leicht ausgehöhlter Hohlweg, der ununterbrechen bis zum nordöstlichen Rand von Modrava etwa 1250 Meter weiter fortsetzt. In der westlichen Hälfte schliesst sich ein anderer Teil an ihn an und an einer Stelle kommt zwischen beiden Teilen ein Verbindungspunkt vor. Am Ende des Wegeteils vor Modrava erscheinen auf weiteren Spuren andere Wegabzweigungen.
Goldwegreste über Modrava
Die Goldwegroute führt ganz nah zu einem modernen Residenzobjekt, nord-westlich von Modrava und mündet fast am Ende vor dem Modrava-Objekt in die Straße Kvilda – Filipova Hu. Nicht weit weg von hier gibt es an einem markanten Felsen ein modern gestaltetes Betonkreuz (über Kloostermanns Hütte).

Die Hussitenkriege am Anfang des 15. Jahrhunderts und nachfolgende dauerhafte Unruhen in der Nachhusiten- und Podìbradská-Zeit lähmten den sich entwickelnden Handel auf dem Goldweg. Die bayerisch-tschechische Grenze wurde zum Zeugen vieler bewaffneter und blutiger grenzüberschreitender Streitigkeiten des unruhigen tschechischen Adels. Die Handelsbedingungen wurden deutlich schlechter. Dies machte den mächtigen katholischen Magnaten Rožmberg und der bedeutsamen Königsstadt Budweis Profit. Einen markanten Teil übertrugen sie vom Salzhandel des Passauer Goldsteigs und des bayerischen Goldwegs auf ihre Gebiete im Moldaugebiet von Vyšší Brod bis nach Budweis. Zur Betriebserneuerung auf beiden Wegen kam es dann erst im Laufe des 16. Jahrhunderts.

Umgebung, Natur, Persönlichkeiten, Ereignisse
Der Mensch und seine Artenbundheit Böhmerwalds

Der Mensch erhöhte durch seine Kolonisationstätigkeit im Böhmerwald den gesamten Artenreichtum, in dem er einen Teil des Gebiets entwaldete und diesen dann als Felder, Wiesen und Weiden nutzte. Er ermöglichte durch das Landwirtschaften eine Verbreitung und Extension der nicht-wäldlichen Arten, die häufig vom Platz her unursprüngliche, aber sonst naturwissenschaftlich wertvolle Pflanzengesellschaften formierten. Es handelt sich dabei vor allem um verschiedene Wiesenartformationen. Solche entwaldeten Wiesen mit verschiedenen Bedürfnissen und Organisationsebenen sind für die Beibehaltung der gegenwärtigen Artendiversität im Böhmerwald von großen Bedeutung. Dies ist aus botanischer Sicht die Basis, aus welcher sich die Grundphilosophie des ganzen Pflegeplanes um solche außergewöhnlichen Gebiete entwickeln soll.
Böhmerwalder Wiesenformationen im Køemelná-Tal
Nach dem Goldweg- und Goldsteigverfall

Nicht weit weg von hier an der rechten Seite gibt es an einem markanten Felsen ein modern gestaltetes Betonkreuz, das vielleicht ein Nachkomme eines anderen Kreuzes, das in der Goldwegbeschreibung A. Brzorád erwähnte. Im Sommer 1882 ging dieser Schwarzenberger Waldgeologe durch diesen Teil des Goldwegs zwischen der Landesgrenze und Horská Kvilda hindurch. Später publizierte er seine Erkenntnisse. A. Brzorád definierte fundamentale und charakteristische Merkmale der mittelalterlichen Wege im schweren Bergterrain. Man versuchte die Sümpfe und feuchten (durchfeuchteten) Plätze zu vermeiden und das auch für den Preis der schwierigen und steinigen Steigung.

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