1 – Willkommen auf dem Schlangenweg

Man hat das Gefühl, es würde sich hier um Schlangen handeln, doch das stimmt nicht. Dieser Naturlehrpfad legt sich zum Ziel, dem Besucher dieser Landchaft die Informationen über die lokale Natur näher zubringen. Die einzige Schlange, welche Sie hier finden können, ist die Kreuzotter (Vipera berus). Dieses sehr scheue Geschöpf, sensibel auf Bodenerschütterungen reagierend, kommt an feuchten und hellen Stellen vor, genauso wie an durchtränkten Wiesen, hellen Waldrändern und den Torfflächen. Sie mögen auch Steinhalden und Raine, wo sie auf der Sonne liegen und sich in den Löchern zwischen den Steinblöcken leicht verstecken können. Mit anderen Reptilien im Böhmerwald ist es auch nicht besonders feierlich. Die Krichtiere haben hier keine dauerhafte Körpertemperatur und sind von der Außenwärme abhängig. Davon gibt es in den Berggebieten einen Mangel und deswegen kommen in den höheren Teilen des Böhmerwalds nur zwei andere Krichtiere vor. Abgesehen von der erwähnten Kreuzotter handelt sich um die beinlose Eidechse, die Blindschleiche (Anguis fragilis) und die Waldeidechse mit vielen Beinen(Lacerta vivipara). Alle drei erwähnten Arten sind aud die Bergumgebung durch ihre Vermehrung angepasst. Bei den Blindschleichen und Waldeidechsen entwickelte sich s. g. Ovoviviparie. https://de.wikipedia.org/wiki/Ovoviviparie Das Ei entwickelt sich in der Mutter und auf die Welt kommen bereits entwickelte Jungtiere oder sie kriechen unmittelbar nach dem Eiauflegen aus. Deswegen ist diese Vermehrungsart so spezifisch. Der Vorteil ist, dass das entwickelte Einzelwesen in dem Körper der Mutter beschützt wird und es ist nicht der Außenumgebung ausgeliefert, insbesondere den Temperaturwechsel. Bei der Kreuzotter ist der Mechanismus fortgeschritten –so zu sagen ein Übergang zu der richtigen Ovoviviparie. Denn die Kreuzotter ernährt ihre Jungen durch eine primitive Plazenta. Anderen lokale Krichtiere wie z. B. die Nattern oder andere Eidechsenarten kommen in den höheren Teilen des Böhmerwalds nicht vor. Sie betreffen das Vorgebirge oder niedrigere Bergteile.

Dieser Weg beinhaltet also keine Schlangen. Die Wegbezeichnung beruht eher auf der Form des Weges, welche an eine Schlange erinnert. Die einzelnen Stationen behandeln die umliegende Natur und was man hier alles sehen kann. Sie erfahren mehr von ihrer Gründung, Vergangenheit, Gegenwart, manche Merkwürdigkeiten aus der Welt der Pflanzen und Tiere. Mit dem Begriff Natur verbindet man in unseren geographischen Breiten auch weitere Begriffe wie Mensch, Kultur und Landschaft. Diese Elementen gehen in der Natur Hand in Hand und sind voneinander untrennbar.
Der Naturlehrpfad ist unter dem Berg Pancíø plaziert, im Grundbuch des gleichnamigen Ortes. Der Weg beginnt in Gerlova Hu in der Höhe über dem Meerespiegel von 960 Meter und endet auf dem Gipfel des Berges Pancíø in der Höhe von 1214 Metern. Wir werden uns also in der Bergumwelt bewegen, welche mit sich eine Menge von Besonderheiten bringt: Die Durschnitstemperaturen von 4–5 ºC, die niedrigsten Temperaturen -20 ºC, die Durschnittsniederschläge von ca. 1000 mm, der Winter mit über 1 m Schnee und die Schneedecke, die bis zu 150 Tage im Jahr aushält, 30 Tage mit dem Windsturm. http://www.npsumava.cz/cz/1268/sekce/klima/. Die einzelnen Pflanz-, Tier- und ganze Biotoparten passten sich an die Bergumgebung an, bzw. entwickelten sich als Folge des kompromisslosen Bergumweltdruckes weiter.

Dieser Naturlehrpfad gibt sich die Mühe, die Naturphänomene zu kommentieren, die man auf dem Weg und vom Weg entfernt sehen kann. Wie wäre es, wenn wir uns einfach den Naturereignissen widmen würden, welche man, mit ein bisschen Glück in der lokalen Natur bei gutem Wetter sehen kann, ohne die Bodenfalle zu legen, die Netze aufzuspannen oder die Sonden im Torf zu bohren. Der Schlüsselbegriff der gegewärtigen

Naturwissenschaft, der als ein Zauberspruch wirkt, ist die Biodiversität. https://cs.wikipedia.org/wiki/Biologick%C3%A1_diverzita Dieser Begriff kann in verschiedenen Verständnissebenen erklären, von einzelnen Genen bis zu ganzen Ökosystemen. Am meisten wird er als die Gesamtheit aller Arten von lebenden Organismen im gegebenen Gebiet verstanden, doch viel einfacher kann man ihn als eine Art der Lebensverschiedenheit übersetzen. Eine oft benutzte Wortverbindung ist der Verlust oder die Verstärkung der Biodiversität usw. Man kann von der Böhmerwalder Biodiversität, von der ehemaligen Ortschaft Pancíš, von dem Bergwald oder anderen Ökosystem sprechen. Wichtig ist es, dass je mehr Arten es in der Landschaft gibt und je verbundener die Verhältnisse zwischeneinander sind, desto höher die Ökosystemstabilität und ihre Resistenz gegen jede Schwankungen ist.

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