12 – Pfad der Grenzwache

Ein bedeutsamer Teil der Bewachung an der südwestlichen Landesgrenze und der Region Sušice stellte im Mittelalter die Burg Kašperk dar. Sein Gründer Karel IV., der ihr seinen Namen gab, ordnete seinem Baumeister Vít, genannt Hedvábný, im Jahre 1356 an, die Burg Kašperk „für den Schutz des Tschechischen Landes“ zu erbauen.
Die Masswiederherstellung der Burg Karlsberg

Die Burgbesatzung hatte neben der Landesgrenze auch das Bergreichensteiner goldbringende Revier zu überwachen und einen sicheren Betrieb auf dem neu-erbauten Kommunikationsweg (Goldsteig) zu sichern. Eine ihrer Abteilungen führte entlang der Burg, aus Sušice über Kvilda in das bayerische Passau.

Die Burg Kašperk, vor allem ihr Kern, scheint zwar monumental zu sein, doch aus Militärsicht war ihre Verteidigung sehr gering, da sie sich vor allem auf das steile, schwer durchgehbare Terrain verließ. Die Frage, warum so ein Architektur-fähiger Herrscher (der Karel IV. ohne Zweifel war), so eine einfache Burg erbauen ließ, kann sich nur damit erklären lassen, dass er mit der Kašperk und weiteren Wachtburgen nur als Festungszentren rechnete. Hier würde sich im Fall des Landesangriffes das Militär versammeln. Nachher würden sie im Feld den Angreifer anfallen, der ins Land einbrechen wollte.

Aus Militärsicht handelt es sich um eine s. g. aktive Verteidigungsweise, wenn sich die Armee nicht in der Festung verteidigt (damit das angreifende Militär nicht räubert und die Umgebung nicht zerstört), sondern sich die Mühe gibt, schrittweise nach ihrer möglichst schnellsten Vernichtung oder zumindest der Ausschiebung aus dem Land zu streben. Die passive Verteidigungsweise wird dagegen von einer wenig mobilen Armee, die sich bei der Landesverteidigung auf das Militär verlässt, die sicher in den Festungen ist, dargestellt. Die Tschechoslowakische Militärdoktrin in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts bevorzugte eher diese Verteidigungsweise, obwohl sich schrittweise die Waffen zur aktiven Verteidigungsnutzung wie z. B. moderne Panzer und Flugzeuge, durchsetzten.

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