Klatovy – Geschichte

Die Stadt Klatovy gründete um 1260 der böhmische König Pøemysl II. Ottokar auf dem wichtigen Handelsweg, der von Böhmen ins bayerische Donaugebiet führte. Die neue Siedlung bekam einen Befestigungsring und einen bis heute gut erkennbaren schachbrettartigen Grundriss mit einem quadratischen Marktplatz. Die erste Blütezeit erlebte die königliche Stadt schon im 14. Jh., als ihr böhmische Herrscher zahlreiche Privilegien – mehr als unweitem Pilsen – erteilten. Auch in der Zeit des Hussitenkrieges spielte Klatovy eine wichtige Rolle. Damals unterstützte die Stadt den Bund der Taboriten unter der Führung von Jan Žižka. Aber erst das 16. Jh. brachte die richtige Blütezeit.

Dan dem erfolgreichen Hopfenbau zählte man zu dieser Zeit die Stadt zu den reichsten Städten Böhmens. An diese Periode erinnert bis heute der imposante, 81 m hohe Schwarze Turm. Der nachfolgende Dreißigjährige Krieg nahm aber leider der Stadt den ganzen Ruhm und Pracht. Eine neue Hoffnung erweckte die Ankunft der Jesuiten, die im 17. Jh. in Klatovy ein neues Lateingymnasium gründeten und viele, bis heute bewunderte hochbarocke Baudenkmäler hinterließen. Nach 1685 gewann Klatovy dank dem Wunderbild der blutenden Madonna ein Zeichen der Besonderheit und die Stadt wurde zum Wahlfahrtsort, den tausende Pilger jährlich besuchten.

Im 19. Jh. wandelte sich die königliche Stadt zum Industriezentrum, gleichzeitig entstand die Tradition der Züchtung der Kleinblütennelken, die zahlreiche Medaillen auf den internationalen Ausstellungen gewannen. Im 19. Jh. fanden hier neben den Dragonerregimenten auch Textil – oder Maschinen baubetriebe ihren Sitz, nach 1870 erreichte die Stadt der erste Zug. Eine traurige Zeit erlebte Klatovy im Zweiten Weltkrieg, als hier die Gestapo ihre Dienstleitstelle errichtete. Die Folterungen und Hinrichtungen im unweiten Wald beendete erst die Befreiung durch die amerika-nische Armee im Mai 1945.

Der Ergebnis der einzelnen historischen Perioden ist die heutige Stadt mit einer reichen Geschichte sowie einer lebendigen kulturreichen Gegenwart. Eine Stadt, die auch im 21. Jahrhundert viel zu bieten hat.